Ich bin Amsel-Omi geworden

Schon viele kleine Amseln und Spatzen sind bei uns in den Hecken geboren. Diesmal hat sich ein Amselpärchen dazu entschlossen unter unserem Carport zu brüten. Zunächst gab es ein kleines Problem, weil das Nest von dem schmalen Balken leider immer wieder herunter fiel. Als ich das sah, habe ich die Amselmami ein bißchen unterstützt und ihr ein Brettchen gebaut, auf das sie ihr Nest bauen konnte. Mein Mann brachte es dann am Carport an, denn das Praktische an 2 Meter Körpergröße ist, dass man(n) im Gegensatz zu mir keine Leiter braucht ;-). 

Die Amselmami war super fleißig und ich war erstaunt wie schnell sie ihr Nest gebaut hatte. Innerhalb von zwei Tagen hatte sie ein perfektes Zuhause eingerichtet und nun hieß es: WARTEN AUF DIE BABYS

Das erste Ei war nach drei Tagen gelegt und Mama Amsel war verständlicher Weise noch ein bißchen skeptisch, was uns zweibeinige OHNE-FLÜGEL-WESEN anging.

Aber das legte sich mit der Zeit und sie verstand, dass wir einfach nur neugierig waren und weder ihr noch ihren Babys etwas tun wollten. Das erste Ei war schon nach drei Tagen gelegt, weitere vier Eier folgten im Abstand von jeweils einem Tag. Am 01.06. schlüpfte dann Küken Nr. 1 und in der Reihenfolge wie die Eier gelegt wurden, schlüpften dann auch Küken Nr. 2-4 und ruckzuck innerhalb von zwei Tagen lagen vier kleine ALIENS im Nest, ein Ei war anscheinend nicht befruchtet.

 

Die kleinen Aliens bekamen nun langsam Flaum auf ihren kleinen Körpern und wenn sie aus dem Nest schauten, konnte man schon erahnen, dass sie zu der Gattung der Vögel gehören würden 😉

HANGOVER – Ich liebe diese Frisur 😉

 

So ein kleines Amselküken braucht viel Kraft zum wachsen und schläft, frißt, schläft, frißt. Die Amseleltern hatten ganz schön was zu tun, um die Babys satt zu kriegen. Auch der Amselpapa half viel mit und bewachte von einem geschützten Ort aus das Nest, wenn Amselmama mal wieder unterwegs war.

Er gab dann immer Laute von sich „alles in Ordnung mit den Babys, Schatzi“, sollte das wohl heißen. Aber wehe es kam ein Auto oder ich lugte aus der Tür, dann stieß er Warnrufe aus und kam sofort angeflogen. Und er hatte immer Leckereien dabei für seine Babys.

AMSELPAPA

 

Es war so wunderschön mit anzusehen wie die kleinen Aliens langsam zu kleinen Vögelchen heranwuchsen und allen vier Küken ging es offensichtlich gut.

 

Im Juni gab es bei uns hier oben im Norden ein paar heiße Tage und den Babys war so richtig warm. Vor allem wurde es zu viert auch langsam eng in dem kleinen Nest.

Zuvor hatte ich noch nie wirklich darauf geachtet wie schnell so Amselbabys eigentlich groß werden. Direkt vor der Tür war ich wirklich erstaunt als Baby Nr. 1 nach genau 14 Tagen das Nest verließ als vollständiger kleiner Vogel.

Nr. 2 und Nr. 3 hüpften dann auch schnell aus dem Nest und Nr. 4 blieb noch einen ganzen Tag bei mir. Wir nannten Nr. 4 Willi und ich unterhielt Willi den Tag über, denn ihm war wahnsinnig langweilig dort oben so ganz allein in seinem Nest. Es hat ihm offensichtlich Freude bereitet, dass ich mit ihm geredet habe.

Willi hörte mir zu und schnackte auch ein bißchen in seiner Piepssprache. Einmal mußte ich wahnsinnig lachen. Ein Insekt schwirrte direkt vor sein Schnäbelchen. Bisher war Willi es gewöhnt, dass Insekten in sein geöffnetes Schnäbelchen gelegt wurden und so verhielt er sich dann auch. Das Insekt flog an ihm vorbei und er öffnete sein Schnäbelchen. Das bedeutet, dass er instinktiv natürlich weiß, dass ein Insekt Nahrung ist, aber dass er noch von seinen Eltern lernen muß, wie man es fängt. Ich hatte zum Glück meine Kamera parat und konnte das Schauspiel filmen. Einfach zu süß, oder?

Dann gab es noch ein letztes Mal Frühstück im Nest……

…und kurz danach ist Willi dann auch ausgeflogen. Papa Amsel hat ihn über die Straße begleitet.

Willi lebt heute in unserem Garten und ich sehe ihn oft am Vogelhäuschen. Er mußte erst einmal lernen, wie man da eigentlich hinein kommt. Und Willi hat keine Angst vor mir. Wenn ich in den Garten komme und ihn sehe, rede ich mit ihm. Meine Stimme kennt er noch von seinem letzten Tag in seinem Nest. Er knabbert dann fröhlich weiter neben mir seine Ameisen.

Ich freue mich, dass Willi geblieben ist und vielleicht brütet er im nächsten Jahr mit seiner auserwählten in unserem Garten. So ist der Kreislauf der Natur. In diesem Jahr haben auch die Spatzen und die Tauben und selbst die Elstern mir am Vogelhäuschen ihre Jungen mitgebracht und gezeigt.

❤ Wunderschön sind sie alle und ich wünsche ihnen allen ein wundervolles langes Leben. ❤

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